Ein Rückbklick auf die Geschichte der BBI

von Georg Pauling, Schriftführer BBI e.V.

1_ordenliche_MonatsversammlungAufkleberMöppken

Am 16. August 1948 gründeten einige Unter­nehmer die heutige Bad Bentheimer Interes­sengemein­schaft e.V. (BBI). Damals hieß der Verein noch „Inte­ressengemein­schaft der Handel- und Gewerbe­treibenden in Bentheim e.V.“ (IGHG.) 1. Vorsitzender war Verleger August Hellendoorn von der gleichnamigen Druckerei, den 2. Vorsitz hatte Ernst Köster vom Lederwarengeschäft Wittkamp. Weitere Gründungs­mitglieder waren Malermeister Gerhard Bruns, Tiefbauunternehmer Bernhard Diekel, Bezirks­schorn­­stein­feger­meister Hans Heine, Gärtnerei­besitzer Fritz Stüvel, Gastwirth Vollrath Seemann, Elektromeister Hindrik Schlüter, Vulkani­sier­meister Walter Schröter, Handelsver­treter Erich Schwepe, Uhrmachermeister Josef Vahrenhorst, Bäcker­meister Ernst Kaune, Wäschereiunter­nehmer Hermann Wittenbrink-Kuhl, Schneidermeisterin Anna Kathmann, Bau­unternehmer Hermann Steenweg, Gärtner Theodor Bockholt, Regierungsrath z. Wv., Kaufmann Paul Wilke sen. und Elektromeister Gerhard Schepers. Teilweise werden diese Geschäfte heute noch von den Kindern oder Enkelkindern weitergeführt. Nach dem Wieder­aufbau in Deutschland kamen die Wirtschafts­wunder­jahre. Die Un­ter­nehmer in (damals noch) Bentheim machten gute Geschäfte. Es gab über hundert kleine Einzelhandelsgeschäfte. Seine Lebensmittel kaufte man noch in der Nachbarschaft. In den 70ern trat dann auch der Wandel in Bentheim ein. Der erste Supermarkt siedelte sich an. Die Mobilität ermöglichte auch Fahrten in die naheliegende Städte mit den ersten Einkaufsstraßen. So langsam setzte in Bentheim das Einzelhandelsgeschäftssterben ein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir allein in Bentheim 5 Schlachter hatten. In dieser Zeit lebte die IGHG wieder auf. Man organisierte sich und veranstaltete zum Nikolaus einen Umzug. Am 3. Dez. 1977 wurde zum ersten Mal geknobelt. 1980, als Paul Wilke sen. den 1. Vorsitz an seinen Sohn übergab, zog er in seiner Abschiedsrede ein Resümee. Er trägt schon damals vor, dass der Verein auf 2 Ebenen aufgebaut sein sollte. 1. auf der örtlichen Ebene, um
a. die Auswüchse in den eigenen Reihen zu vermeiden.
b. die Bedrohung von außen abzuwenden.
c. die Mitwirkung des bestehenden guten Status Quo für die Mittel­stands­betriebe zu erhalten und weiter zu entwickeln.
d. Einfluss auf die Ratsarbeit durch den Einzug eines Vertreters aus unseren Reihen in den Stadtrat zu nehmen.
2. auf der überörtlichen Ebene: die Vertretung unserer Belange beim Gesetzgeber. Das ist nur möglich, wenn wir unsere Berufsverbände stark machen, indem wir die richtigen Vertreter in die Gremien wählen und die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.
Auf seinen Vorschlag nennt sich die IGHG von nun an „Aktivgemeinschaft Handel, Handwerk und Gewerbe“. Weiter zieht Wilke sen. Bilanz, dass die Zusammenarbeit bei der Inseration zur Weihnachtszeit und zum Nikolausknobeln gelungen ist. Er stellt aber auch fest, dass das nicht reicht. Auch damals war es schon so, dass man die Arbeit allein dem 1. Vorsitzenden aufbürdete. Deshalb rief er zu mehr Absprachen und Zusammenhalt auf.

Von 1985 bis 1988 wurde das erste Mal die Wilhelmstraße zur Fußgängerzone erklärt. Verschiedene Briefe von Betrieben belegen daraufhin erhebliche Umsatzeinbußen.

Am 26. März 1987, unter der Leitung des neuen 1. Vorsitzenden Karl Stollenwerk, kam die erste Ausgabe des Bentheimer Möppken heraus. Dieses Blättchen erschien über mehrere Jahre. 1991 wird zum ersten Mal ein Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz veranstaltet. Um die Burgtalerverlosung interessanter zu gestalten, wird eine Reise für zwei Personen als Hauptgewinn ausgeschrieben. Zu diesem Zeitpunkt hat die Aktivgemeinschaft 67 Mitglieder.

Nach dem frühen Tod von Karl Stollenwerk gab es nur noch 60 Mitgliedsbetriebe in der IGHG. 20 davon formierten sich zu einer Gruppe „Sonntagskinder“. Diese hielten die Schließung der östlichen Wilhelmstraße für die Lösung zur Belebung der Innenstadt. Zu dieser Zeit wurde auch in den Grafschafter Nachrichten öffentlich der Verfall der IGHG diskutiert.

Durch viel Engagement wurde die BBI in den letzten Jahren wieder stärker. Unsere Mitglieder sind im Stadtrat, Sportvereinen, Berufsverbänden und auf Politik-Kreisebene vertreten. Heute besteht die BBI unter dem 1. Vorsitz von Sonja Hemme aus 118 Mitgliedsbetrieben. Damit ist der Verein die größte und älteste Werbegemeinschaft in der Grafschaft Bentheim.

Den 1. Vorsitz hatten:
1948 – 19?? August Hellendoorn
19?? – 1970 Ernst Kaune
1970 – 1980 Paul Wilke sen.
1980 – 1986 Paul Wilke jun.
1986 – 1998 Karl-Heinz Stollenwerk
1998 – 2003 Bernd Schlüter
seit 2003 – Sonja Hemme